Grönland weckt Interesse wegen seines potenziellen Mineralreichtums, insbesondere Seltenerdelemente (REEs). Diese Materialien sind für moderne Technologien von entscheidender Bedeutung, von Smartphones und Elektrofahrzeugen bis hin zu Verteidigungssystemen. Aber wie bedeutend ist Grönlands REE-Lagerstätte im Vergleich zu den weltweiten Reserven? Und warum gewinnt dieses Thema gerade jetzt an Aufmerksamkeit?

Was sind Seltenerdelemente?

Seltenerdelemente sind in der Erdkruste nicht wirklich selten, kommen aber selten in konzentrierten Lagerstätten vor, deren Abbau wirtschaftlich sinnvoll ist. Sie bestehen aus 17 chemisch ähnlichen Elementen, darunter Scandium, Yttrium und der Lanthanoidenreihe. Diese Elemente verfügen über einzigartige magnetische, lumineszierende und katalytische Eigenschaften, die sie für die High-Tech-Fertigung unverzichtbar machen.

Grönlands geologisches Profil

Seit über 30 Jahren erforscht Professor Adrian Finch von der St. Andrews University die Geologie Grönlands. Seine Forschung zeigt, dass Grönland zwar REEs enthält, deren Konzentration und Zugänglichkeit jedoch erheblich variieren. Die Kvanefjeld-Lagerstätte im Süden Grönlands ist einer der vielversprechendsten Standorte und birgt geschätzte 575.000 Tonnen REEs, darunter Dysprosium und Terbium – Elemente, die für hochfeste Magnete lebenswichtig sind.

Warum das erneute Interesse?

Das gestiegene Interesse an grönländischen Mineralien ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen:

  • Strategischer Wettbewerb: China dominiert derzeit den REE-Markt und kontrolliert über 60 % der weltweiten Produktion. Die Diversifizierung der Lieferketten ist für die USA und Europa eine Priorität, um die Abhängigkeit von einer einzigen Quelle zu verringern.
  • Technologische Nachfrage: Der Übergang zu erneuerbaren Energien und Elektrofahrzeugen treibt die Nachfrage nach REEs exponentiell in die Höhe. Aus diesen Elementen hergestellte Permanentmagnete sind für Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugmotoren unverzichtbar.
  • Geopolitische Bedenken: Der Zugang zu kritischen Mineralien wird zu einem Problem der nationalen Sicherheit. Die Sicherung inländischer oder verbündeter Versorgungsquellen verringert die Anfälligkeit für Handelsstörungen.

Herausforderungen und Kontroversen

Der Bergbau in Grönland steht vor ökologischen Hürden und lokalem Widerstand. Das Kvanefjeld-Projekt beispielsweise wurde aufgrund von Bedenken hinsichtlich radioaktiver Abfälle und möglicher ökologischer Schäden zurückgedrängt. Auch die Regierungsstrukturen des dänischen Territoriums erhöhen die Komplexität: Grönland ist autonom, ist jedoch bei der Finanzierung und Infrastruktur stark von Dänemark abhängig.

Long Covid und ME: Genetische Ähnlichkeiten

In anderen wissenschaftlichen Nachrichten untersuchen Forscher auch die genetischen und metabolischen Zusammenhänge zwischen Long Covid und myalgischer Enzephalomyelitis (ME).