Der Mars ist dynamischer als bisher angenommen. Wissenschaftler haben eine Art elektrische Entladung – sogenannte „Miniblitze“ – entdeckt, die in der Atmosphäre des Planeten auftritt. Dies ist nicht dasselbe wie die großflächigen Blitze auf der Erde, sondern eher kleinere, lokalere Ereignisse. Die Entdeckung, die durch Datenanalyse des Perseverance-Rover gemacht wurde, stellt bestehende Modelle der atmosphärischen Elektrizität des Mars in Frage.
Was ist Mini-Lightning?
Das Phänomen besteht aus kurzen Ausbrüchen elektrischer Aktivität. Dabei handelt es sich nicht um massive Einschläge wie auf der Erde, sondern um subtile Entladungen innerhalb von Staubteufeln und Staubstürmen. Forscher glauben, dass diese Ereignisse mit der Reibung zwischen Staubpartikeln innerhalb dieser Stürme zusammenhängen. Wenn diese Partikel kollidieren, laden sie sich statisch auf und entladen sich schließlich in kleinen Funken.
Warum ist das wichtig? Das Vorhandensein elektrischer Aktivität deutet auf ein komplexeres atmosphärisches System hin, als bisher angenommen wurde. Es ist bekannt, dass Staubstürme auf dem Mars gewaltig sind und den gesamten Planeten verschlingen können. Elektrische Entladungen innerhalb dieser Stürme könnten die Verteilung geladener Teilchen beeinflussen und sogar die Atmosphärenchemie beeinflussen.
Wie wurde es entdeckt?
Die Entdeckung stützte sich auf Daten, die von den Instrumenten von Perseverance gesammelt wurden. Der Rover entdeckte während der Staubsturmaktivität unerwartete elektromagnetische Impulse. Diese Impulse entsprachen nicht den typischen Wettermustern des Mars und waren zu kurzlebig, um herkömmliche Blitze zu sein.
Anschließend wurden Computermodelle verwendet, um die Bedingungen innerhalb von Staubstürmen zu simulieren. Die Simulationen zeigten, dass Reibung zwischen Staubpartikeln leicht statische Aufladung erzeugen kann, was zu diesen Mini-Blitzereignissen führt.
Was bedeutet das für die Marsforschung?
Diese Erkenntnis hat Auswirkungen auf zukünftige Marsmissionen. Elektrische Entladungen könnten eine Gefahr für empfindliche Geräte, einschließlich Rover und Lander, darstellen. Das Verständnis der Intensität und Häufigkeit dieser Ereignisse ist für die Missionsplanung von entscheidender Bedeutung.
Darüber hinaus wirft das Vorhandensein elektrischer Aktivität Fragen über die Möglichkeit komplexerer atmosphärischer Phänomene auf. Könnte es unter bestimmten Bedingungen zu größeren Gewitterstürmen kommen? Gibt es andere Arten von Entladungen, die wir noch nicht entdeckt haben?
Die Entdeckung eines Miniblitzes auf dem Mars zeigt, dass der Rote Planet auch nach jahrzehntelanger Forschung immer noch Überraschungen bereithält. Die Daten enthüllen einen bisher unbekannten Aspekt des Marswetters und veranlassen Wissenschaftler dazu, ihr Verständnis der atmosphärischen Prozesse auf dem Planeten neu zu bewerten. Diese laufende Untersuchung könnte weitere unerwartete Phänomene aufdecken, was die Notwendigkeit einer weiteren Erforschung verstärkt.
























