Die Verbindung zwischen Einsteins Theorien – der Einstein-Rosen-Brücke (Wurmlöcher) und der Einstein-Podolsky-Rosen (verschränkte Teilchen) – hat Physiker schon lange fasziniert. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Zusammenhang bei der Anwendung auf Schwarze Löcher komplexer und „klumpiger“ ist als bisher angenommen, was zu dem führt, was Forscher als „Einstein-Rosen-Raupen“ bezeichnen.
Quantenverschränkung und Schwarze Löcher: Eine theoretische Verbindung
Im Jahr 2013 schlugen Juan Maldacena und Leonard Susskind eine überzeugende Idee vor: Die Quantenverschränkung zweier Teilchen und die Existenz von Wurmlöchern könnten bei der Betrachtung von Schwarzen Löchern mathematisch äquivalent sein. Dies deutet darauf hin, dass zwei Schwarze Löcher, die durch eine Quantenverbindung untrennbar miteinander verbunden sind, möglicherweise einen Tunnel durch die Raumzeit bilden könnten.
Eine aktuelle Studie von Brian Swingle an der Brandeis University hat dieses Verständnis jedoch noch verfeinert. Durch die Analyse einer Gruppe verschränkter Schwarzer Löcher stellten Swingle und sein Team fest, dass die Verbindung nicht immer reibungslos und vorhersehbar ist; Stattdessen besitzt es eine holprige, mit Materie gefüllte Struktur.
Das Innere von Schwarzen Löchern entschlüsseln
Die Untersuchung dieser Wurmlöcher bietet eine einzigartige Gelegenheit, das Innere von Schwarzen Löchern zu erforschen. Diese Innenräume bleiben aufgrund der immensen Gravitationskräfte rätselhaft, was es schwierig macht, sie direkt zu untersuchen. Interessanterweise deuten mathematische Modelle darauf hin, dass die Größe des Inneren eines Schwarzen Lochs mit seiner Komplexität korreliert – wie kompliziert es auf der fundamentalen Quantenebene ist. Swingles Team erweiterte diese Logik, um zu untersuchen, ob ein ähnliches Prinzip für Wurmlöcher gilt, die Paare von Schwarzen Löchern verbinden.
Eine komplexe Berechnung: Simulation der Realität mit Quantenphysik und Schwerkraft
Ein umfassendes Verständnis der Verschränkung Schwarzer Löcher würde eine einheitliche Theorie der Quantengravitation erfordern, eine Theorie, die sich den Physikern derzeit entzieht. Stattdessen verwendete Swingles Team ein Modell, das die Lücke zwischen Quantenphysik und Schwerkraft schließt, Einblicke bietet und gleichzeitig deren unvollständige Natur anerkennt.
Die „Raupen“-Struktur: Materie, Länge und Quantenzufälligkeit
Die Berechnungen des Teams ergaben einen direkten Zusammenhang zwischen der Menge an mikroskopischer Quantenzufälligkeit, die ein Wurmloch enthält, und seiner geometrischen Länge. Ihre Ergebnisse deuteten darauf hin, dass diese Wurmlöcher wahrscheinlich nicht vollkommen glatt sind. Sie neigen eher dazu, Beulen aus Materie zu enthalten – eine Eigenschaft, die zur „Raupen“-Analogie führte. Dies steht im Gegensatz zum Ergebnis von 2013, das möglicherweise für bestimmte, weniger häufige Szenarien gilt, in denen der verschränkte Zustand der Schwarzen Löcher zu einer reibungslosen Verbindung führt.
Die neue Forschung liefert Einblicke in verschränkte Schwarze Löcher, beschreibt aber immer noch nicht den häufigsten Fall einer solchen Verschränkung.
— Donald Marolf, University of California, Santa Barbara
Zukünftige Richtungen: Quantencomputing und ein tieferes Verständnis
Donald Marolf von der University of California, Santa Barbara, stellt fest, dass die Forschung zwar wertvoll ist, aber noch nicht das typischste Verschränkungsszenario beschreibt. Die schiere Anzahl theoretisch möglicher Zustände von Schwarzen Löchern – die die Anzahl von Schwarzen Löchern in unserem Universum bei weitem übersteigt – unterstreicht die Notwendigkeit weiterer theoretischer Untersuchungen, um den wahrscheinlichsten verbundenen Zustand eines Schwarzen-Loch-Paares zu bestimmen.
Mit Blick auf die Zukunft schlägt Swingle den Einsatz von Quantencomputern vor, um diese kosmischen Schwarzen Löcher und „Raupenwurmlöcher“ zu simulieren. Der Ansatz seines Teams, der Quantenphysik und Schwerkraft integriert, deutet auf die Möglichkeit hin, dass immer leistungsfähigere Quantencomputer Einblicke sowohl in die Quantentheorie als auch in neue Konzepte zur Schwerkraft bieten könnten. Darüber hinaus könnte die Erforschung der Geheimnisse der Schwerkraft möglicherweise zu innovativen Quantencomputeralgorithmen inspirieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Forschung Licht auf die komplexe Natur von Wurmlöchern wirft, die verschränkte Schwarze Löcher verbinden, und eine möglicherweise holprige, mit Materie gefüllte Struktur offenbart. Während eine vollständige Theorie der Quantengravitation noch schwer fassbar ist, verspricht die laufende Forschung – einschließlich des möglichen Einsatzes von Quantencomputern –, unser Verständnis dieser faszinierenden kosmischen Zusammenhänge und der mysteriösen Innenräume von Schwarzen Löchern zu vertiefen.




































