Ein kürzlich vom Astrofotografen Josh Dury aufgenommenes Kompositbild zeigt den März-Vollmond in einem auffälligen blutroten Farbton, als er über der Küste von Dorset im Vereinigten Königreich aufging. Die ungewöhnliche Färbung wurde nicht durch eine Mondfinsternis verursacht – obwohl eine solche früher an diesem Tag stattfand –, sondern vielmehr durch ein atmosphärisches Phänomen, das durch Saharastaub verstärkt wurde, der von Windströmungen Tausende von Kilometern weit getragen wurde.

Der „Wurmmond“ und atmosphärische Effekte

Der Vollmond im März wird traditionell „Wurmmond“ genannt und bezieht sich auf die Jahreszeit, in der wärmere Temperaturen Regenwürmer und Insekten aus dem Boden schlüpfen lassen. Durys Bild hebt einen auffälligen visuellen Effekt hervor: Der Mond erscheint tiefrot am Horizont. Dies ist kein typischer Anblick, aber es ist eine natürliche Folge der Wechselwirkung von Licht mit der Erdatmosphäre.

Der Schlüsselprozess wird Rayleigh-Streuung genannt. Wenn Mondlicht in einem niedrigen Winkel durch die Atmosphäre wandert – etwa bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang –, werden kürzere blaue Wellenlängen von atmosphärischen Partikeln gestreut, während längere rote Wellenlängen leichter durchgelassen werden. Das Vorhandensein von Saharastaub verstärkt diesen Effekt und erzeugt einen noch dramatischeren und rostigeren Farbton.

Wie das Bild aufgenommen wurde

Dury hielt die beeindruckende Szene mit einem Teleobjektiv fest und kombinierte dann mehrere Aufnahmen zu einer einzigen, visuell überzeugenden Komposition. Das resultierende Bild ist nicht nur wunderschön, sondern zeigt auch, wie atmosphärische Bedingungen die Himmelsbeobachtungen tiefgreifend beeinflussen können.

„Der Saharastaub in der Atmosphäre würde die Illusion [eines Blutmondes] erwecken. Ein tiefes Blutrot am Horizont. Ein provozierendes Bild.“ – Josh Dury

Warum das wichtig ist

Das Phänomen des Roten Mondes ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie globale atmosphärische Prozesse – wie Staubwolken in der Sahara – das Wetter und die Sicht sogar auf lokaler Ebene beeinflussen können. Aufgrund des Klimawandels und der Wüstenbildung kommt es immer häufiger zu Staubereignissen, was bedeutet, dass auffällige Anblicke wie dieser häufiger vorkommen könnten.

Das Bild erinnert uns auch daran, dass es bei der visuellen Wahrnehmung von Himmelskörpern nicht nur um Entfernung oder Größe geht, sondern um das Licht, das durch die Luft zwischen uns und dem Kosmos dringt. Das Aussehen des Mondes ist nicht festgelegt; es verändert sich mit der Atmosphäre.

Dieses Phänomen erinnert an die Vernetzung der Erdsysteme, wo Winde, Staub und Licht zusammenwirken und spektakuläre und manchmal unheimliche visuelle Effekte erzeugen.