Winternächte auf der Nordhalbkugel bieten einige der klarsten Bedingungen für die Sternenbeobachtung. Lange, kalte Stunden und stabile Luft machen es zu einer idealen Zeit, um den Kosmos zu erkunden – und Sie brauchen kein Teleskop, um loszulegen. Ein gutes Fernglas verwandelt den Nachthimmel von einem fernen Spektakel in ein immersives Erlebnis und enthüllt Details, die dem bloßen Auge entgehen. Hier sind neun himmlische Anblicke, die Sie zwischen November und Januar verfolgen können.
Warum Ferngläser wichtig sind
Das menschliche Auge sieht Sterne als winzige Lichtpunkte. Ferngläser sorgen für mehr Tiefe und zeigen Sternhaufen, schwache Nebel und subtile Farben, die sonst unsichtbar wären. Es ist eine einfache Möglichkeit, mit der astronomischen Beobachtung zu beginnen. Alles, was Sie brauchen, ist ein dunkler Ort, warme Kleidung und ein ruhiges Paar Hände. Ein 7×50-, 8×42- oder 10×50-Modell eignet sich perfekt für den Einstieg.
1. Sirius: Das funkelnde Juwel
Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel, ist nicht nur strahlend – er ist farbenfroh. Im Winter niedrig am Horizont brechend, bricht sich sein Licht durch die Atmosphäre und erzeugt ein schimmerndes Kaleidoskop aus Blau-, Weiß- und sogar Rottönen. Ferngläser verstärken diesen Effekt und lassen den Stern im Licht tanzen.
2. Jupiter in Opposition (10. Januar 2026)
Planeten lassen sich am besten während der Opposition betrachten, wenn die Erde zwischen ihnen und der Sonne vorbeizieht. Dadurch sind sie nah dran und vollständig ausgeleuchtet. Im Januar 2026 erreicht Jupiter die Opposition, und selbst mit einem einfachen Fernglas werden seine vier größten Monde – Europa, Kallisto, Ganymed und Io – als winzige Lichtpunkte sichtbar sein, die den Riesenplaneten umkreisen.
3. Der Mond des ersten Viertels: Schatten enthüllt
Vergessen Sie den Vollmond; Der Mond im ersten Viertel ist durch ein Fernglas weitaus überzeugender. Der Terminator – die Linie zwischen Tag und Nacht auf der Mondoberfläche – wirft dramatische Schatten über Krater und Berge. Dieses Detail geht im hellen Glanz des Vollmonds verloren.
4. Der Eulenhaufen (NGC 457)
Dieser offene Sternhaufen befindet sich in Cassiopeia und enthält fast 100 Sterne, die über 9.000 Lichtjahre verteilt sind. Seine Form mit helleren Sternen, die an Eulenaugen erinnern, gibt ihm seinen Namen. Es ist leicht in der Nähe der „W“-Form von Cassiopeia zu finden und bietet eine atemberaubende Fernglasansicht.
5. Supermoon Rises: Ein Mondspektakel
Während Vollmonde nicht ideal sind, bilden Supermonde, die über dem Horizont aufsteigen, eine Ausnahme. Der dichteste Teil der Atmosphäre streut blaues Licht und hinterlässt einen warmen orangefarbenen Schimmer auf der Mondoberfläche. Schauen Sie in der Abenddämmerung am 4. Dezember (Kalter Supermond), 3. Januar (Wolfs-Supermond) und 1. Februar (Schneemond) nach Osten, um diesen Effekt zu beobachten.
6. Aurigas verborgene Schätze
Auriga, oft im Schatten des Orion, beherbergt drei helle Sternhaufen: M36, M37 und M38. Diese Sternhaufen sind in einem kleinen Bereich des Himmels gepackt, sodass sie mit einem 10×50-Fernglas leicht zu finden sind.
7. Die Wintermilchstraße: Ein Sternenfluss
Die Milchstraße ist nicht nur ein Sommerphänomen. Im Winter erstrecken sich die dichten Sternenfelder unserer Galaxie zwischen Orion und Cassiopeia. Ferngläser offenbaren Tausende schwacher Sterne, die für das bloße Auge unsichtbar sind, und erzeugen einen glitzernden Lichtfluss über den Himmel.
8. Carolines Rose (NGC 7789)
Ein weiterer Cassiopeia-Edelstein, NGC 7789, erscheint im Fernglas als zarter rosafarbener Cluster. Es wurde 1783 von Caroline Herschel entdeckt und verleiht Ihrer winterlichen Sternenbeobachtung einen Hauch von Geschichte und Schönheit.
9. Earthshine: Die dunkle Seite beleuchtet
Der am meisten übersehene und dennoch einfachste Anblick. Wenn der Mond eine schmale Sichel ist, leuchtet die dunkle Seite schwach im Erdschein – Sonnenlicht, das von unserem Planeten reflektiert wird. Dadurch werden subtile Details auf der Mondoberfläche sichtbar, die sonst verborgen bleiben würden. Halten Sie nach diesem Phänomen rund um den Neumond Ausschau (19. Dezember 2025 und 18. Januar 2026).
Diese neun Ziele bieten einen Ausgangspunkt für die Erkundung des winterlichen Nachthimmels mit dem Fernglas. Der Schlüssel ist Geduld, ein dunkler Ort und die Bereitschaft, über das Offensichtliche hinauszuschauen. Das Universum hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.