Wally Funk ist am Donnerstag gestorben.
Sie war 87.
Wenn Sie ihre Geschichte nicht kannten, haben Sie eines der düstereren Kapitel in der Geschichte des Fliegens verpasst. Funk hat nicht nur ein Ticket ins All bekommen. Sie hat es sich immer wieder verdient, während alle anderen ihr sagten, dass sie es nicht könne. Oder es war ihr egal, ob sie es tat.
1959 in Texas geboren? Nr. 1939.
Mit 20 Jahren war sie bereits eine professionelle Fliegerin. Ein Teenager? Fliegen. Es war kein Hobby. Es war eine Entscheidung für ihren Lebensstil, die sie nicht rückgängig machen wollte.
Das Mädchen, das stärker war als die Jungs
Im Jahr 1961 war die Luft- und Raumfahrtwelt ein Jungenclub. Buchstäblich.
Die NASA hatte nur Männer. Also beschloss ein Arzt namens William Lovelace, einige Frauen trotzdem zu testen. Er nannte sie „Merkur 13“.
Sie machten die gleichen Tests. Körperlich. Geistig. Zermürbend.
Wally Funk war mit 21 Jahren der Jüngste im Bunde.
„Ich konnte die Jungs immer schlagen“, sagte sie.
Und das tat sie.
Erinnern Sie sich an den Tanktest zur sensorischen Deprivation? Derjenige, der Ihnen den Verstand brechen soll, indem er Ihnen alle Empfindungen nimmt? Der berühmte NASA-Astronaut John Glenn hielt drei Stunden durch. Das ist respektabel.
Wally Funk dauerte zehn Stunden und fünfunddreißig Minuten.
Sie blieb länger drin als er. Länger als jeder andere.
Aber die Regierungsbürokratie kommt nur langsam voran. Die Tests zeigten, dass nichts wichtiger war als die Person, die die Schecks unterschrieben hatte. Frauen wurden bis 1978 vom Astronautenprogramm der NASA ausgeschlossen. Die Mercury 13 flog nach Hause.
Nicht Wally. Sie war die einzige dieser dreizehn Frauen, die jemals die Atmosphäre verlassen würde.
Verheiratet mit Flugzeugen
Funk hatte keine Zeit zu schmollen.
Sie war die erste weibliche zivile Fluglehrerin auf einem US-Militärstützpunkt. Dann die erste weibliche Flugsicherheitsermittlerin des NTSB. Sie nahm an Flugzeugrennen teil. Sie leitete Flugschulen.
Sie sagte bekanntlich, sie sei mit Flugzeugen verheiratet.
Sie hat nie einen Mann geheiratet.
Sie bewarb sich Ende der 70er Jahre bei der NASA. Als sich endlich die Tür für Frauen öffnete.
Bestritten.
Sie bewarb sich erneut.
Bestritten.
Zum dritten Mal?
Kein Glück.
Also schaute sie vom Boden aus zu. 1995 saß sie dort mit den anderen alten Mercury-13-Frauen und sah zu, wie Eileen Collins das Space Shuttle startete. Die erste weibliche Pilotin. Es hätte Wally sein sollen.
War es?
Nein, das war es nicht. Aber Wally flog weiter. Sie trainierte weiterhin Kinder. Sie glaubte weiter.
60 Jahre zu spät. Perfekt.
Blue Origin hat endlich etwas gebaut, das klein genug für Zivilisten ist. Neuer Shepard.
Wally wollte nicht auf eine Einladung zum Ruhestand warten.
Am 20. Juli stellte Jeff Bezos eine Crew zusammen. Ihn. Sein Bruder. Ein Kind aus den Niederlanden namens Oliver. Und Wally.
82 Jahre alt.
Sie startete mit NS-16.
109 Sekunden lang war sie Astronautin. Der älteste Mensch, der jemals ins All geflogen ist. Die älteste Frau, die jemals die Erde verlassen hat.
Leicht zitternd, aber strahlend sagte sie anschließend zu allen: „Ich habe lange darauf gewartet, endlich da oben zu sein.“
Sie war nicht reich wie Bezos. Sie war nicht so jung wie die Studentin.
Sie war Wally Funk.
Blue Origin hat eine Erklärung veröffentlicht. Er nannte sie eine Pionierin. Sie sagte, ihre Geschichte werde Generationen inspirieren.
Wahrscheinlich wahr.
Aber wenn sie auf ihre Zeitleiste zurückblickte, brauchte sie ihre Worte nicht. Sie hatte die Höhe. Sie hatte den Rekord. Und sie hat Jahrzehnte damit verbracht, zu beweisen, dass Talent nicht aufgrund Ihres Geburtstages oder Ihres Geschlechts vergeht.
Sie schlug John Glenn in einem Panzer. Sie flog in den suborbitalen Raum, während Männer, die halb so alt waren wie sie, noch Papierkram erledigten.
Der Himmel ist nicht mehr die Grenze. Es ist nur die Lobby.
























